Petrus-Krankenhaus

Analfistel und Abszess

Allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber und Schmerzen im Mastdarm oder Anus  können auf einen analen Abszess oder eine Fistel hindeuten. Diese medizinischen Ausdrücke beschreiben eine weitverbreitete Krankheit, über die viele Menschen nur sehr wenig wissen.

Was ist ein analer Abszess?

Ein analer Abszess ist ein infizierter Hohlraum, angefüllt mit Eiter in der Nähe des Afters oder des Mastdarms.

Was ist eine Analfistel?

Eine Analfistel entwickelt sich fast immer aus einem vorangegangenen Abszess und ist ein schmaler röhrenförmiger Gang, welche eine Analdrüse, in der ein Abszess entstanden war, mit der äußeren Haut am After verbindet.

Was verursacht einen Abszess?

Ein Abszess entsteht aus einer akuten Infektion einer kleinen Drüse innerhalb des Afters, wenn Bakterien oder Fremdkörper durch die Drüse in das umgebende Gewebe eindringen. Bestimmte Umstände ( Colitis oder andere Entzündungen des Darms ) können das Auftreten dieser Infektionen begünstigen.

Was verursacht eine Fistel?

Nachdem ein Abszess nach außen gedrungen ist, kann ein schlauchförmiger Gang übrigbleiben, welcher die Afterdrüse mit der Haut verbindet. Es resultiert daraus eine permanente Sekretion von Flüssigkeit durch die äußere Öffnung an der Haut. Wenn diese äußere Öffnung des Verbindungsgangs abgeheilt ist, kann ein erneuter Abszess auftreten.

Was sind die Symptome eines Abszesses oder einer Fistel?

Das Hauptsymptom beider Erkrankungen ist ständiger Schmerz, manchmal in Verbindung mit einer Schwellung. Diese Beschwerden treten nicht immer im Zusammenhang mit dem Stuhlgang auf. Andere Symptome sind zum Beispiel die Irritation der Haut um den After im Sinne von Juckreiz, Austritt von Eiter, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Entwickelt sich aus einem Abszess immer eine Fistel?

Nein. Eine Fistel entsteht in ungefähr 50 % aller Abszesse, und es gibt keine Möglichkeit im voraus zu sagen, ob eine Fistel entsteht oder nicht.

Wie wird ein Abszess behandelt?

Ein Abszess wird behandelt durch Ablassen des Eiters aus der infizierten Höhle, indem eine Öffnung in der Haut in der Nähe des Afters angelegt wird, um den Druck zu entlasten. Oft kann dies ambulant in der Praxis und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Ein großer oder tiefer Abszess sollte jedoch im Krankenhaus eröffnet werden unter Anwendung von verschiedenen Anästhesieverfahren. Eine stationäre Nachbehandlung kann auch notwendig werden bei Patienten, welche eine verzögerte Wundheilung aufweisen, wie z. B. Diabetiker oder Patienten mit geschwächter Immunabwehr. Eine medikamentöse Behandlung mit Antibiotoka ist nicht erfolgversprechend, da Antibiotika im Blutstrom im Körper verteilt werden und eine abgeschlossene Abszesshöhle nicht erreichen können.

Wie wird eine Analfistel behandelt?

Eine Analfistel kann nur chirurgisch behandelt werden. Obwohl die Operation einer Fistel ein gängiges Verfahren ist, kann es jedoch zu gewissen Komplikationen kommmen. Aus diesem Grunde solte eine Fisteloperation vorzugsweise von einem Spezialisten ( Koloproktologen ) durchgeführt werden. Es besteht die Möglichkeit, eine Fistel zusammen mit dem Abszess zu operieren. Auf der anderen Seite entwickeln sich Fistel manchmal auch vier bis sechs Wochen nach einem Abszess, zuweilen sogar Monate oder Jahre später. Bei der Fisteloperation wird normalerweise ein kleiner Anteil des Schließmuskels durchgeschnitten, um den Verbindungstunnel zwischen äußerer und innerer Fistelöffnung zu eröffen und den Tunnel so in eine Höhle zu verwandeln, welche dann langsam von innen her zuheilt. Bei den meisten Patienten ist, wenn überhaupt, nur ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig.

Wie lange dauert es, bis sich der Patient besser fühlt?

Nach einer Fisteloperation kann es in der ersten Woche zu leichten bis mittleren Beschwerden kommen, welche jedoch mit Schmerzmitteln gut behandelt werden können. Bereits nach kurzer Zeit ist der Patient wieder arbeitsfähig. Nach der Operation eines Abszesses oder einer Fistel sollten zu Hause für eine gewisse Zeit regelmäßig Sitzbäder durchgeführt werden. Stuhlweichmacher können ebenfalls hilfreich sein. Darüberhinaus ist es notwendig, bis zur abgeschlossenen Wundheilung eine Mullvorlage zu benutzen um eine Verschmutzung der Unterwäsche zu vermeiden. Eine Verschmutzung der Wunde beim Stuhlgang hat keinen negativen Einfluß auf die Wundheilung.

Kann es zu einem Wiederauftreten eines Abszesses oder eine Fistel kommen?

Falls eine exakte Therapie durchgeführt worden ist, kommt es normalerweise nicht zu einem Rückfall. Es ist jedoch wichtig, den Anweisungen des Arztes exakt Folge zu leisten, um einen Rückfall zu vermeiden.

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