Petrus-Krankenhaus

Dickdarm- und Mastdarmkrebs

Neben Lungen-, Brustdrüsen- und Prostatakarzinomen gehören die Krebserkrankungen des Dick- und Mastdarms heute zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. In Deutschland sterben jährlich ca. 30.000 Patienten bei einem jährlichen Neuauftreten der Erkrankung von 35 - 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Dies sind erschreckende Zahlen, vor allem wenn man bedenkt, daß diese Erkrankung möglicherweise heilbar ist, sofern sie rechtzeitig diagnostiziert wird.

Wer gehört zur Risikogruppe?

Dickdarmkrebs kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. Mehr als 90 % der Patienten sind älter als 40 Jahre. Von diesem Alter an verdoppelt sich das Risiko der Erkrankung alle 10 Jahre. Weitere Risikofaktoren liegen in der Krankengeschichte der Familie (Eltern oder Großeltern an Dickdarmkrebs erkrankt) sowie in der eigenen Krankengeschichte. Chronisch entzündliche Dickdarmerkrankungen (vor allem Colitis ulcerosa), Dickdarmpolypen oder Krebserkrankungen anderer Organe, insbesondere Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, eine bösartige Erkrankung des Dick- oder Mastdarms davonzutragen.

Wie entsteht Dickdarmkrebs?

Es besteht weitestgehend Einigkeit darüber, daß fast alle Dickdarmkrebse aus gutartigen Polypen entstehen, welche an der Darmwand wachsen und mit zunehmender Größe bösartig werden können. Eine rechtzeitige Entfernung von gutartigen Polypen ist eine wirksame Vorsorgemaßnahme, um die Entstehung eines bösartigen Dickdarmtumors zu verhindern.

Wie äußert sich ein Dickdarmkrebs?

Die wichtigsten Symptome sind Blutabgänge aus dem After und Veränderungen im Stuhlverhalten, wie z.B. Wechsel von Verstopfung oder Durchfall. (Diese Symptome kommen ebensogut bei anderen Erkrankungen vor, so daß Sie sich sofort einer gründlichen Untersuchung unterziehen sollten, sobald Ihnen diese Veränderungen auffallen.) Bauchschmerzen und Gewichtsverlust sind meist Spätsymptome und zeigen möglicherweise eine fortgeschrittene Erkrankung an.

Leider bereiten viele Polypen und frühe Krebserkrankungen keine oder wenig Beschwerden. Daher ist es umso wichtiger, daß Ihr Hausarzt jährliche Krebsvoruntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr durchführt. Diese Vorsorgeuntersuchungen bestehen aus einer Untersuchung des Mastdarms mit dem Finger und einem chemischen Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Eine Koloskopie (die Untersuchung des Dickdarms mit einem flexiblen Instrument) sollte ebenfalls ein fester Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung sein.

Wie wird Dickdarmkrebs behandelt?

Wenn die Diagnose eines Dick- oder Mastdarmkrebses gestellt ist, ist in fast allen Fällen eine Operation erforderlich, um eine komplette Heilung zu erreichen. Bestrahlung und Chemotherapie kommen gelegentlich zusätzlich zum Einsatz. 80 - 90 % aller Erkrankten können so geheilt werden, sofern der Krebs rechtzeitig entdeckt und behandelt wird. Die Heilungsrate fällt auf 50 % oder darunter, wenn die Diagnose verschleppt wird und der Tumor ein fortgeschrittenes Stadium aufweist. Dank moderner Operationsverfahren benötigen weniger als 5 % aller Patienten, die an einem Mast- oder Dickdarmkrebs erkrankt sind, einen künstlichen Darmausgang.

Kann man Dickdarmkrebs verhindern?

Die Entfernung von gutartigen Polypen ist, wie schon zuvor erwähnt, eine wichtige Maßnahme zur Verhinderung des Dickdarmkrebses. Hierzu ist eine Koloskopie, eine Spiegelung des gesamten Dickdarms mit einem langen flexiblen Schlauchinstrument, notwendig.

Obwohl nicht endgültig bewiesen, gibt es einige Hinweise dafür, daß die Ernährung eine bedeutende Rolle in der Entstehung des Dick- und Mastdarmkrebses spielt. Soweit wir wissen, ist eine faserreiche und fettarme Diät die einzige Maßnahme, die die Entstehung des Mastdarmkrebses verhindern helfen kann. Schließlich sollten Sie aufmerksam Veränderungen in Ihrem Stuhlverhalten beobachten und sicherstellen, daß jährliche Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden, sobald Sie zu einer Risikogruppe (über 40, familiäre Belastung, Darmentzündung oder Polypenbildung) gehören.

Können Hämorrhoiden Mastdarmkrebs verursachen?

Nein. Aber Hämorrhoiden können ähnliche Symptome haben wie Dickdarm-Polypen oder Krebserkrankungen. Sollten Sie diese Symptome bemerken, müssen sie unverzüglich durch Ihren Hausarzt, vorzugsweise durch einen Koloproktologen abgeklärt werden.

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Cellitinnen
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