Petrus-Krankenhaus

Morbus Crohn

Was ist ein Morbus Crohn?

Der Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann. Obwohl er vom Mund bis zum Anus auftreten kann, ist er jedoch am häufigsten im Mündungsbereich des Dünndarms (Ileum) in den Dickdarm (Kolon) lokalisiert. Typischerweise verläuft diese Erkrankung schubweise und kann in ihrem Verlauf verschiedene Abschnitte des Verdauungstraktes betreffen. Jahrelangen beschwerdefreien Intervallen können oft heftige akute Symptome folgen. Es gibt bisher keinen sicheren Faktor, der den Ausbruch der Krankheit voraussagen lässt, einzig eine psychosomatische Komponente wird durchgehend diskutiert.

Wie äußert sich ein Morbus Crohn?

Auf Grund des möglichen Befalls von Abschnitten des gesamten Verdauungstraktes ist das Erscheinungsbild der Symptome vielfältig. Neben Krämpfen und Bauchschmerzen finden sich am häufigsten Durchfälle, Fieberschübe, Gewichtsverlust sowie Blut- und Schleimabgänge mit dem Stuhl. Dabei sind diese Symptome unterschiedlich und nicht bei jedem Patienten ausgeprägt. Zudem können im Bereich des Anus Schmerzen, Hautirritationen, Abszess- und Fistelbildungen sowie begleitende Gelenkbeschwerden auftreten.

Wer erkrankt an Morbus Crohn?

Obwohl jede Altersgruppe vom Morbus Crohn betroffen sein kann, tritt sie am häufigsten zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr auf. Zudem besteht eine Häufung der Erkrankung im Bereich der nördlichen Klimazone. Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen und es gibt eine familiäre Häufung.

Was verursacht einen Morbus Crohn?

Die genaue Ursache des Morbus Crohn ist bis heute nicht geklärt. Neben bakteriologischen, werden auch immunologische Ursachen diskutiert. Der Morbus Crohn ist nicht ansteckend und ein Vererbungsmechanismus nicht geklärt. Neben lokalen Untersuchungsverfahren, je nach Art der vorliegenden Symptomatik, dienen häufig Röntgenkontrastuntersuchungen zur Feststellung der betroffenen Areale des Verdauungstraktes.

Wie wird ein Morbus Crohn behandelt?

Die Therapie des Morbus Crohn erfolgt zunächst in der Regel medikamentös. Obwohl es keine echte Heilung für die Crohn’sche Erkrankung gibt, verhindern die verabreichten Medikamente häufig die Ausprägung und das Voranschreiten der Symptome. Vor allem Kortisonpräparate, z.B. Prednison und Methylprednison und Methylprednisolon dienen zur Eindämmung dieser entzündlichen Erkrankung. In Fällen, bei denen diese Maßnahmen nicht ausreichen und ausgeprägte klinische Symptome weiter bestehen, kommen auch Immunsuppressiva, z.B. Azathioprin oder Metrotrexat zum Einsatz. Begleitende antibiotische Maßnahmen haben offensichtlich einen stabilisierenden Effekt auf das Immunsystem.

Wann sind chirurgische Maßnahmen erforderlich?

Die chirurgische Therapie des Morbus Crohn erfolgt zumeist lediglich nach Auftreten nicht zu beherrschender Komplikationen, z.B. ausgedehnter entzündlicher Veränderungen im Bereich des Darmes oder von Fistelbildungen zu Nachbarorganen. Dabei wird häufig versucht, die akuten Entzündungszeichen zunächst einzudämmen und lediglich die verbleibenden Folgen, z.B. die narbige Verengung der Darmlichtung oder die verbliebene Fistel, chirurgisch zu sanieren. Obwohl die chirurgische Therapie beim Morbus Crohn zurückhaltend erfolgt, erleben bis zu 75 % aller Patienten im Verlauf ihrer Erkrankung Komplikationen, die einen Eingriff erforderlich machen. Somit ist die fachliche Abstimmung zwischen den behandelnden Ärzten, häufig einem Gastroenterologen und dem Koloproktologen, erforderlich.

Chirurgische Maßnahmen bieten ebenfalls keine endgültige Heilungschance, können aber in der einzelnen Situation helfen, langwierige Beschwerden zu vermeiden.

Alternative Behandlungsmethoden sowie therapeutische Ansätze auf Grund der psychosomatischen Komponente des Morbus Crohn werden zunehmend diskutiert.

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