Petrus-Krankenhaus

Dickdarm-Divertikulose

Die Divertikulose des Dickdarms ist eine verbreitete Erkrankung, die etwa 50 % aller Europäer über 60 Jahren trifft. Nur bei einem geringen Prozentsatz dieser Menschen kommt es jedoch zu Beschwerden seitens der Divertikel, und noch weniger werden sich jemals einem operativen Eingriff unterziehen müssen.

Was ist eine Divertikulose / Divertikulitis?

Divertikel sind Aussackungen des Dickdarms, welche in der Darmwand entstehen. Zu 98 % werden sie im Sigma bzw. im linksseitigen Dickdarm nachgewiesen, sie können jedoch auch den gesamten Dickdarm befallen. Mit dem Begriff Divertikulose bezeichnet man das Vorhandensein dieser Aussackungen, unter Divertikulitis versteht man die komplizierte Form der Divertikulose im Sinne einer Entzündung.

Was sind die Symptome?

Die Hauptsymptome der Divertikulose sind Bauchschmerzen (meist im linken Unterbauch), Durchfälle, Krämpfe, Veränderungen des Stuhlverhaltens und gelegentlich heftige Blutabgänge aus dem After. Diese Symptome treten jedoch nur bei sehr wenigen Divertikelträgern auf und sind manchmal sehr schwer zu unterscheiden von funktionellen Beschwerden wie z.B. dem Reizdickdarm (Colon irritabile). Eine Divertikulitis - eine Entzündung der Divertikel - kann eine Reihe der folgenden Symptome verursachen: Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Veränderungen des Stuhlverhaltens. Stärkere Beschwerden treten meistens bei schweren Komplikation wie z.B. bei einem Durchbruch des Dickdarms oder einer Abszeß- bzw. Fistelbildung auf.

Was ist die Ursache der Divertikulose?

Viele Untersuchungen weisen darauf hin, daß es sich um eine Zivilisationskrankheit handelt. In den USA und Europa kommt sie sehr häufig vor, bei der Bevölkerung Schwarzafrikas fast nie, da sich die Menschen dort überwiegend mit pflanzlicher und schlackenreicher Kost ernähren. Eine ballaststoffarme Ernährung über viele Jahre verursacht einen erhöhten Druck im Dickdarm und begünstigt somit die Ausbildung von Aussackungen oder Divertikeln.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Divertikulose?

Die Divertikulose wird normalerweise diätetisch behandelt. Gelegentlich sind Medikamente notwendig zur Behandlung von Schmerzen, Krämpfen und Stuhlunregelmäßigkeiten. Durch eine vermehrt ballaststoffreiche Ernährung aus Korn, Gemüse, Obst usw. - und manchmal durch Vermeidung bestimmter Lebensmittel - kann der Druck innerhalb des Dickdarms reduziert und Komplikationen mehr oder weniger verhindert werden.

Die Divertikulitis, also die Entzündung von Divertikeln, erfordert eine intensivere Therapie. Leichte Fälle können ambulant behandelt werden, jedoch muß dies im Einzelfall immer von Ihrem Arzt entschieden werden. Die Therapie besteht in der Regel aus der Gabe von Antibiotika, einer Vermeidung von blähenden oder schwerverdaulichen Speisen und evtl. der Gabe von Stuhlweichmachern. Schwerere Fälle müssen unter stationären Bedingungen mit intravenöser Antibiotikagabe und strikter Diät behandelt werden. Auf diese Art und Weise können die meisten akuten Anfälle erfolgreich behandelt werden. Chirurgische Maßnahmen kommen zum Einsatz, wenn sich Erkrankungsepisoden in kurzen Abständen häufen, wenn Komplikationen oder sehr schwere Attacken auftreten oder wenn eine medikamentöse Behandlung keinen oder nur wenig Erfolg zeigt. Sollte es zu einer Operation kommen, wird gewöhnlich ein Teil des Dickdarms - in der Regel der linksseitige Dickdarm oder das Sigma - entfernt und der verbliebene Dickdarm mit dem Mastdarm mit einer Naht oder Klammernaht verbunden. So ist eine komplette Ausheilung möglich. Die normale Darmtätigkeit stellt sich in der Regel nach ca. drei Wochen wieder ein.

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