Petrus-Krankenhaus

Steißbeinfistel

Was ist eine Steißbeinfistel und was sind die Ursachen dieser Erkrankung?

Eine Steißbeinfistel ist eine chronische Infektion der Haut im Bereich des Steißbeins. Starker Haarwuchs begünstigt die Erkrankung in dem Sinne, daß manche Haare anstatt nach außen die Haut nach innen durchbrechen und hier zu fistelnden Entzündungen führen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen und erkranken meist zwischen der Pupertät und dem 40. Lebensjahr, übergewichtige Patienten sind ebenfalls deutlich häufiger anzutreffen.

Was sind die Symptome?

Die Symptome reichen von einem kleinen Pickel bis zu einem großen schmerzhaften Abszeß. Oft kommt es zu einer Absonderung von Flüssigkeit, die entweder klar, trüb oder blutig sein kann. Falls eine Infektion eingetreten ist, entwickelt sich eine Rötung, Spannung und Austritt von übelriechendem Eiter. Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl oder Schwindel sind ebenfalls Ausdruck einer stärkeren Infektion.

Es gibt verschiedenen Ausprägungen der Erkrankung. Fast alle Patienten entwickeln einen akuten Abszeß ( die Hautregion ist angeschwollen, gespannt und sondert Eiter ab ). Wenn dieser Abszeß zurückgegangen ist, - entweder von selbst oder durch medizinische Maßnahmen- entwickeln viele Patienten eine Steißbeinfistel. Diese Fistel besteht aus mehreren Gängen und Hohlräumen unter der Haut, welche kleinere Öffnungen an der äußeren Haut aufweisen. Obwohl einige dieser Fistelgänge ohne Behandlung austrocknen können, ist bei den meisten Patienten ein kleiner chirurgischer Eingriff erforderlich. Eine geringe Anzahl von Patienten entwickelt immer wieder Infektionen diese Fistelgänge. Die chronische Erkrankung verursacht Perioden von Schwellungen, Schmerz und Sekretabsonderungen. In diesen Fällen ist fast immer eine Operation notwendig.

Wie wird eine Steißbeinfistel behandelt?

Die Behandlung ist abhängig vom Erkrankungsstadium. Der Abszess wird operativ eröffnet um den Eiter abzulassen und die Entzündungsreaktion sowie die Schmerzen zu reduzieren. Dies wird üblicherweise in der Praxis unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Bei kleinen offenen Fisteln (sogenannte Pits) können Haare, Hautschuppen oder Bakterien unter die Haut gelangen und eine Entzündung verursachen. Hier kann das so genannte „Pit Picking“ sinnvoll sein, bei dem die von der Haut ausgekleideten Fistelgänge in örtlicher Betäubung entfernt werden, d.h. „gepickt“. Die entzündlichen Hohlräume heilen spontan aus.

Ein größeres Fistelsystem muss radikal chirurgisch entfernt werden. Die Wunde wird je nach Befund entweder primär verschlossen oder offen gelassen. Manchmal ist hierbei ein größerer plastischer Eingriff notwendig um einen rascheren Verschluss und eine kürzere Wundheilung gewährleisten zu können. Dies kann bei uns in Form einer Operation nach Karydakis oder auch im Sinne einer sogenannten Limberg-Plastik durchgeführt werden.
Ist die Entzündung sehr groß und ausgeprägt muss sie offen ausheilen. Im letzteren Fall benötigt die langsame Abheilung der Wunde mehrere Wochen oder Monate.

Was muss man nach der Operation beachten?

Falls die Wunde verschlossen werden konnte, muss sie trocken und sauber gehalten werden, bis die Haut völlig abgeheilt ist. Bei offener Wunde sind regelmäßige Spülungen und Vorlagen mit Mullkompressen erforderlich um Sekret aufzufangen und eine Heilung vom Boden der Wunde aus zu ermöglichen. Nach Abheilung sollte die Steißbeinregion von Haaren freigehalten werden. Dies kann durch regelmäßiges rasieren oder die Anwendung einer Enthaarungscreme alle zwei bis drei Wochen erreicht werden. Mit zunehmendem Alter werden die Haarschäfte dünner und weicher und verursachen seltener eine Entzündung.

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