Petrus-Krankenhaus

Stuhlinkontinenz

Was ist Stuhlinkontinenz?

Unter Inkontinenz versteht man die mangelnde Fähigkeit, Darmgase oder Stuhl zu kontrollieren. Die Schwere der Erkrankung reicht von leichten Problemen bei Blähungen, bis hin zu einer schweren Halteschwäche für flüssigen oder geformten Stuhl. Stuhlinkontinenz ist ein verbreitetes Problem, über das aber nicht gerne gesprochen wird. Sowohl Urin- als auch Stuhlinkontinenz verschlimmern sich mit zunehmendem Alter.

Was verursacht Stuhlinkontinenz?

Es gibt viele Ursachen für eine Stuhlinkontinenz. Zu den häufigsten zählen Verletzungen während des Geburtsaktes. Diese Verletzungen können eine Durchtrennung des Schließmuskels verursachen und seine Haltekraft schwächen. Ebenso können Nerven, welche den Schließmuskel versorgen, verletzt werden. Während die meisten Schließmuskelverletzungen unter der Geburt schnell erkannt und entsprechend versorgt werden, bleiben manche unerkannt und zeigen ihre Auswirkungen erst im höheren Lebensalter.

Afternahe Operationen oder Verletzungen des Gewebes, welches den After umgibt, können genauso gut wie Infektionen im Afterbereich den Schließmuskel verletzen und eine ordnungsgemäße Stuhlkontrolle erschweren. Schließlich nimmt bei vielen Menschen mit zunehmendem Alter die Kraft des Schließmuskels mehr und mehr ab. Kleinere Probleme in jüngeren Lebensjahren können so im Alter an Bedeutung zunehmen.

Auch Durchfall kann mit einem Gefühl von Stuhldrang oder Nachschmieren verbunden sein. Die Ursache dafür liegt jedoch hierbei in der Reizung der Afteröffnung durch die häufigen flüssigen Stuhlentleerungen. Wenn zusätzlich zur Stuhlhalteschwäche Blutungen auftreten, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf. Diese Symptome können eine Entzündung im Dickdarm (Colitis), einen Mastdarmtumor oder einen Mastdarmvorfall anzeigen und erfordern eine zügige Abklärung durch Ihren Arzt.

Wie kann die Ursache für eine Stuhlinkontinenz herausgefunden werden?

Ein erstes Gespräch mit Ihrem Hausarzt über das Problem kann die Ausprägung der Stuhlhalteschwäche sowie den Einfluß auf Ihre Lebensqualität festlegen. Viele Schlüssel zur Ursache der Inkontinenz können in Ihrer eigenen Krankengeschichte gefunden werden. Zum Beispiel ist bei Frauen eine exakte Befragung über den Ablauf eventueller Geburten sehr wichtig. Viele Schwangerschaften, große und schwere Babies, Zangengeburten oder Dammschnitte können eine Muskel- oder Nervenverletzung unter der Geburt hervorgerufen haben. In manchen Fällen spielen auch innere Erkrankungen und gewisse Medikamente eine Rolle.

Eine exakte Untersuchung der Afterregion sollte auf jeden Fall durchgeführt werden. So kann eine offensichtliche Verletzung des Schließmuskel sehr schnell festgestellt werden.

Häufig sind zur exakten Abklärung der Stuhlhalteschwäche weitere Untersuchungen notwendig. Hier ist zunächst die Manometrie zu nennen. Es handelt sich hier um einen Test, bei dem ein dünner Gummikatheter in den After eingeführt wird, welcher den Druck des Schließmuskels bei Entspannung und bei kräftiger Anspannung des Muskels aufzeichnet. So kann dargestellt werden, wie schwach oder stark der Muskel in Wirklichkeit ist. Eine weitere Untersuchung gibt uns Auskunft über die Funktion der Nerven, welche den Schließmuskel versorgen. Abschließend kann dann durch eine Ultraschalluntersuchung des Afters ein Bild des Schließmuskels angefertigt werden. Somit können Bereiche des Schließmuskel, in welchen eine Verletzung stattgefunden hat, genau dargestellt werden.

Ursachen der Inkontinenz

  • Verletzungen im Rahmen von Entbindungen
  • Verletzungen des Schließmuskels
  • Infektionen der Analregion
  • Mit dem Alter nachlassende Muskelkraft

Wie kann eine Stuhlinkontinenz behandelt werden?

Nachdem eine exakte Erhebung Ihrer Krankengeschichte, eine ärztliche Untersuchung sowie verschiedene Funktionstests des Schließmuskels zur Festlegung der Ursachen und der Ausprägung der Inkontinenz erfolgt sind, kann eine Behandlung eingeleitet werden. Leichte Stuhlhalteschwächen können ganz einfach mittels Nahrungsumstellung und der Anwendung von stopfenden Medikamenten behandelt werden. Ihr Arzt kann Ihnen zusätzlich Kneifübungen empfehlen, welche den Schließmuskel stärken und somit in leichteren Fällen Linderung verschaffen können. In anderen Fällen kann eine sogenannte Biofeedback-Behandlung den Patienten das Gefühl über den Füllungszustand des Mastdarmes zurückgeben und somit eine ordnungsgemäße Stuhlentleerung ermöglichen. Verletzungen des Schließmuskels können chirurgisch repariert werden. Entzündliche Erkrankungen des Mast-darms, wie z.B. eine Colitis, können ebenfalls Probleme bei der Stuhlkontrolle hervorrufen. Eine konsequente Behandlung der Grunderkrankung kann die Inkontinenzprobleme beheben oder deutlich bessern. In der Vergangenheit war für viele Menschen der künstliche Darmausgang die einzige Möglichkeit, die Stuhlhalteschwäche zu behandeln. Heute ist diese Maßnahme nur noch selten notwendig. Es gibt die Möglichkeit, einen Schließmuskelersatz durch die Verlagerung eines Oberschenkelmuskels um den After herum, welcher mittels Schrittmacher zu einer Dauerkontraktion stimuliert wird, durchzuführen. Darüber hinaus kann eine mit Flüssigkeit gefüllte Manschette als sogenannter künstlicher Schließmuskel um den After eingebracht werden.

Möglichkeiten zur Behandlung der Inkontinenz

  • Ernährungsumstellung
  • Stopfende Medikamente
  • Muskelaufbautraining
  • Biofeedback
  • Chirurgische Verstärkung des Muskels
  • Schließmuskelersatz-Operation
  • Künstlicher Schließmuskel
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