Zysten können an unterschiedlichen Stellen im Bauchraum auftreten, am häufigsten betreffen sie jedoch den Eierstock. Die Zysten liegen meist im Eierstock selbst. Sie bestehen aus einer dünnen Hülle, welche mit unterschiedlichen Flüssigkeiten gefüllt sein kann. Meist besteht der Zysteninhalt aus klarer, wasserartiger Flüssigkeit, gelegentlich aus Blut unterschiedlicher Konsistenz. In selteneren Fällen können innerhalb einer Zyste auch feste Anteile (Talg, Haare, Zähne) gefunden werden.
Zysten müssen operiert werden, wenn sie starke Schmerzen verursachen, wenn der Ultraschallbefund verdächtig ist, oder wenn die Patientin über 60 Jahre alt ist. In fast allen anderen Fällen reicht es aus, die Zyste mittels Ultraschall mindestens über drei Zyklen zu kontrollieren. Gerade bei jüngeren Patientinnen verschwinden die meisten Zysten von selbst. Unnötige Operationen können somit häufig vermieden werden. Vor den Wechseljahren ist die Gefahr von Bösartigkeit relativ gering. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit jedoch an.
Natürlich existiert das oft zitierte Risiko des "Platzens" (Ruptur) einer Zyste. Nur in wenigen Fällen kommt es hierbei jedoch zu einer stärkeren Blutung. Verglichen mit der Häufigkeit des Auftretens von Zysten ist sowohl die Ruptur als auch die Stieldrehung einer Zyste ein äußerst seltenes Ereignis.
Die meisten Zysten können, unabhängig von ihrer Größe, durch eine Bauchspiegelung behandelt werden. Während es bei bestimmten Zysten ausreicht, ein Stück aus der Wand herauszuschneiden ("Zystenfensterung", "Zystostomie"), muss die Wand anderer Zysten komplett entfernt werden ("Zystektomie").