Petrus-Krankenhaus

Analkarzinom

Was ist ein Analkarzinom?

Ein Analkarzinom entsteht aus den Zellen in der Umgebung des Afters oder innerhalb des Analkanals bis zum Übergang zur Mastdarmschleimhaut. Die meisten Analkarzinome sind Hauttumoren, manche entstehen auch von der so genannten Übergangszone im oberen Analkanal und werden dann kloakogene Karzinome genannt. Diese beiden sind die häufigsten Arten und werden in ähnlicher Weise behandelt.

Wie häufig ist ein Analkarzinom?

Ein Analkarzinom ist eine sehr seltene Erkrankung. Von den Tumoren des Magen-/Darmtraktes nimmt diese Tumorart etwa 1 – 2 % ein.

Was sind Risikofaktoren?

Wir kennen nicht die exakte Ursache der Analkarzinome, aber wir wissen, dass bestimmte Risikofaktoren mit der Entstehung dieses Tumors korrelieren.

  • Alter - Die meisten Patienten mit Analkarzinom sind älter als 50 Jahre.
  • Feigwarzen am After – Eine Infektion mit dem Papillomavirus, welches  Feigwarzen (Condylomata) verursacht, kann die Entwicklung eines Analkarzinoms beschleunigen.
  • Analverkehr – Menschen, welche häufig einen Analverkehr haben, besitzen ein erhöhtes Risiko.
  • Rauchen – Bestimmte Inhaltsstoffe des Zigarettenrauches sind krebserzeugend und beschleunigen somit auch die Entwicklung eines Analkarzinoms.
  • Immunsuppression – Patienten mit geschwächtem Immunsystem, wie nach transplantationen oder unter der Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten sowie Patienten, welche an HIV erkrankt sind, haben ein etwas erhöhtes Risiko.
  • Chronische lokale Entzündung – Lange bestehende Analfisteln oder offene Wunden am After bedeuten ein leicht erhöhtes Risiko.
  • Bestrahlung im Bereich des Beckens – Strahlentherapie, wie z.B. nach Mastdarm-,   Prostata-, Blasen- oder Gebärmutterhalskrebs vergrößern das Risiko.

Wie kann man die Erkrankung vermeiden?

Nur wenige Krebserkrankungen können vollständig vermieden werden, aber das Risiko, an einem Analkarzinom zu erkranken, kann deutlich erniedrigt werden, indem die oben genannten Risikofaktoren gemieden werden. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Untersuchung durch den Arzt sinnvoll.

Was sind die Symptome eines Analkarzinoms?

Viele Analkarzinome können in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden, da sie sich an einer Stelle abspielen, welche sehr leicht von außen eingesehen werden kann. Die Tumore verursachen häufig Symptome wie zum Beispiel:

  • Blutungen aus dem Mastdarm oder Anus
  • Fremdkörpergefühl im Bereich des Afters
  • Schmerzen am After
  • Dauerndes oder wiederholtes Stechen
  • Veränderungen des Stuhlverhaltens (mehr oder weniger Stuhlentleerung) oder vermehrtes Pressen bei der Stuhlentleerung
  • Dünner werdende Stuhlsäule (Bleistiftstühle)
  • Ausfluss (Schleim oder Eiter) aus dem After
  • Geschwollene Lymphknoten am After oder in den Leisten

All diese Symptome können natürlich genauso gut bei weniger gefährlichen Erkrankungen, wie z.B. bei Hämorrhoiden vorkommen, dies sollte Sie jedoch nicht dazu verleiten, die Symptome zu ignorieren. Falls solche Symptome auftreten, suchen Sie unverzüglich Ihren Hausarzt auf.

Wie kann ein Analkarzinom diagnostiziert werden?

Die Frühentdeckung des Tumors ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Therapie. Regelmäßige Untersuchungen mit dem Finger können viele Probleme zu Tage fördern, die leicht zu behandeln sind. Eine routinemäßige Untersuchung auf Mastdarm- oder Analkrebse bei Menschen ohne Symptome beinhaltet eine Untersuchung des Afters mit dem Finger sowie einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl und eine Dickdarmspiegelung alle 5 – 10 Jahre für Patienten älter als 50. Diese Maßnahme wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wie werden Analkarzinome behandelt?

Die Behandlung für die meisten Fälle eines Analkarzinoms ist sehr effektiv. Es gibt prinzipiell drei Behandlungsarten:

  • Operation, um den Tumor zu entfernen
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie

Eine Kombinationstherapie, unter Einschluss von Bestrahlung und Chemotherapie, ist mittlerweile die Standardbehandlung für die meisten Analkarzinome. Ein sehr kleiner oder früh diagnostizierter Tumor kann auch chirurgisch entfernt werden ohne große Verletzung des Schließmuskels.

Ist ein künstlicher Darmausgang notwendig?

Die Mehrheit der Patienten, welche wegen eines Analkarzinoms behandelt werden, brauchen keinen künstlichen Darmausgang. Falls der Tumor jedoch nicht vollständig auf die Kombinationstherapie anspricht, wenn er nach einer Behandlung erneut auftritt oder wenn es sich um eine ungewöhnliche Art des Tumors handelt, ist in seltenen Fällen die komplette Entfernung des Mastdarms mit Anlage eines endständigen Dickdarmausganges erforderlich.

Was passiert nach der Behandlung eines Analkarzinoms?

Nachsorgeuntersuchungen verbessern die Ergebnisse der Behandlung erheblich und es ist wichtig, einen wiederauftretenden Tumor frühzeitig zu erkennen. Die meisten Erkrankungen können effektiv behandelt werden, viele wiederauftretende Tumore können ebenfalls suffizient bekämpft werden, falls sie rechtzeitig entdeckt werden. Eine sorgfältige Inspektion der Afterregion durch einen erfahrenen Arzt in regelmäßigen Abständen ist die wichtigste Methode der Nachsorge. Falls Sie, als Betroffener, irgendwelche Symptome oder Probleme verspüren, konsultieren Sie unmittelbar Ihren Arzt.

Zusammenfassung

Analkarzinome sind sehr ungewöhnliche Tumore, welche von der Haut oder der Schleimhaut des Analkanals ausgehen. Wie bei den meisten Krebsarten ist eine frühe Entdeckung entscheidend für eine vollständige Heilung. Die meisten Tumore können sehr gut mit einer Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung behandelt werden. Rückfälle können ebenfalls erfolgreich therapiert werden. Befolgen Sie die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen für Dickdarm-, Enddarm- und Analkrebse und suchen Sie Ihren Hausarzt frühzeitig auf, falls Sie irgendwelche Symptome am After bzw. Darm verspüren.

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St. Anna-Klinik