Petrus-Krankenhaus

Hämorrhoiden

Was sind Hämorrhoiden?

Was ist eine Hämorrhoidalerkrankung? Hämorrhoiden sind natürliche Schwellkörper im oberen Analkanal. Sie bestehen aus einem Gefässpolster sind lediglich mit zarter Schleimhaut des Enddarms überzogen. Der obere Analkanal wird dabei von den Polstern ringförmig ausgekleidet. Vergrössern sich diese Gefässpolster und werden langsam nach aussen gedrückt, spricht man von einer Hämorrhoidalerkrankung. Dabei können die Hämorrhoiden im Innern des Mastdarms, aber auch am Darmausgang und ausserhalb des Schliessmuskelafters liegen. Das Hämorrhoidalleiden lässt sich in 4 Stadien einteilen.

Wodurch kommt es zu Hämorrhoiden?

Eine krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoidalpolster mit den nachfolgenden Hämorrhoidalbeschwerden liegt oftmals bei der erblichen bedingter Bindegewebsschwäche vor, ballststoffarme, ungesunde Ernährung begünstigt das oben beschriebene Krankheitsbild, sowie die Einnahme von Abführmitteln, die zu weichen Stuhlgang bedingen, aber auch zu starkes Pressen beim Stuhlgang, insbesondere das "Nachpressen". Alkohol, Kaffee, scharfe Gewürze und "kaltes Sitzen" führen nicht zu Hämorrhoiden, können aber die Beschwerden bereits vorhandener Hämorrhoiden verstärken.

Wie machen sich Hämorrhoiden bemerkbar?

Bei einem gestörten Feinverschluß des Afters kann Darmschleim in den unteren Teil des Analkanals und nach außen auf die Haut gelangen. Diese sehr empfindliche Zone wird gereizt, und es kommt zu den typischen Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen und Nässen. Die Blutung ist ein weiteres charakteristisches Symptom: beim Abwischen auf dem Papier, als Blutauflagerung auf dem Stuhl oder tropfend. Hautausschläge (Ekzeme) oder verschmutzte Wäsche durch Nachschmieren deuten auch auf Hämorrhoiden hin, ebenso ein Druckgefühl im Afterkanal (Fremdkörpergefühl. Diese Beschwerden treten aber auch bei Tumoren im Enddarm auf.

Kann ich mir bei Hämorrhoiden selbst helfen?

Werden Sie rechtzeitig beim Arzt vorstellig - denken Sie an ihre Gesundheit, mögen Sie auch peinlich berührt sein, denn je früher Sie mit Analtampons, sogenannte Hämorrhoidalsalben oder auch Sitzbädern behandelt werden, desto eher werden Ihre Beschwerden gelindert! Vorbeugend und zur Unterstützung der Enddarmbehandlung empfehlen wir eine ballastreiche Ernährung aus Obst, Gemüse, Vollkornerzeugnisse oder Weizenkleie, sowie ausreichend Flüssigkeit, d.h. mindestens 2 Liter täglich. Vermeiden Sie Pressen beim Stuhlgang, verzichten Sie unbedingt auf Abführmittel, treiben Sie Bewegungsport, der den Beckenboden nicht belastet wie Schwimmen oder Radfahren. Verwenden SIe bei der Analhygiene lauwarmes Wasser ohne Zusätze tupfen Sie sich vorsichtog trocken, anstatt zu Reiben.

Sind Hämorrhoiden häufig?

Hämorrhoiden und andere Enddarmleiden sind außerordentlich weit verbreitet. In Mitteleuropa leidet wohl jeder zweite Erwachsene früher oder später unter Beschwerden des Enddarmes. Oft werden die Beschwerden über einen langen Zeitraum verschwiegen. Aus falscher Scham wird der Arzt nicht oder erst nach einer langen Leidenszeit aufgesucht.

Warum können Hämorrhoiden "heimtückisch" sein?

Hämorrhoiden sind die häufigste Ursache für Enddarm-Beschwerden - wichtig zu beachten ist dabei: Es können sich jedoch auch andere schwerwiegende Erkrankungen hinter solchen Beschwerden verbergen! Verzögern Sie nicht im Vertrauen auf die "Harmlosigkeit" der Hämorrhoiden eine frühzeitige Erkennung und Behandlung dieser anderen Erkrankungen, z.B. von entzündlichen oder tumorartigen Veränderungen!

Kann aus den Hämorrhoiden Krebs entstehen?

Aus Hämorrhoiden entsteht kein Krebs, aber die Symptome bei Hämorrhoiden wie Blutungen können auch bei anderen Enddarmerkrankungen auftreten, deswegen müssen alle sogenannten "Hämorrhoidalbeschwerden" ärztlich abgeklärt werden.

Wie behandelt der Arzt Hämorrhoiden?

Analtampons und Salben lindern die Beschwerden therapiebegleitet, beseitigen jedoch nicht die Ursache für Hämorrhoiden. Art und Dauer der Behandlung richtet sich nach der Größe der Hämorrhoiden. Hämorrhoiden ersten Grades, die nur mit dem Proktoskop erkennbar sind, werden durch Verödung (Sklerosierung) behandelt: ein Medikament wird tropfenweise in oder über die vergrößerten Hämorrhoidalpolster gespritzt. Diese schrumpfen nach einigen wenigen Behandlungen auf ihre ursprüngliche Größe und die Beschwerden gehen rasch zurück. Verödung ist völlig schmerzfrei und ungefährlich. Hämorrhoiden zweiten Grades, die größer sind und nach dem Vorfall noch allein in den Afterkanal zurückrutschen, werden mit Gummibandligatur meist völlig schmerzfrei und ebenfalls ambulant behandelt. Die seltenen dritt- oder gar viertgradigen Hämorrhoiden müssen meist operativ saniert werden.

Ist eine Hämorrhoidenoperation gefährlich?

Ihr Arzt wird Ihnen eine Operation je nach Schweregrad nur dann empfehlen, ambulante Verfahren keinen Erfolg versprechen. Nur schwere, ausgedehnte Hämorrhoidalbefunde erfordern einen stationären Aufenthalt. Bei unmittelbaren postoperativen Beschwerden wie Nachblutungen, Schmerzen, Störungen beim Wasserlassen kann rasch geholfen werden. Um später ungewollten Stuhl- und Windabgang (lnkontinenz) zu verhindern, sind für ausgeprägte Vorfälle besondere plastische Operationsverfahren entwickelt worden. Spätfolgen, wie etwa Schließmuskelschäden, sollten zu den extrem seltenen Ausnahmen gehören.

Schmerzfreie Hämorrhoidenoperation mit dem Circularstapler

Die Methoden zur Therapie des Hämorrhoidalleidens sind vielfältig.Wie bereits erwähnt kommen in den ersten Stadien mit blutenden und zumeist symptomatischen vergrößerten Hämorrhoidalpolstern zunächst Verödungsbehandlungen oder Gummibandligaturen zum Einsatz. Diese Verfahren sind in der Regel schmerzfrei und ambulant durchzuführen. Bei der operativen Therapie steht die genaue Erhebung des jeweiligen Lokalbefundes vor einem guten operativen Ergebnis.

Prolabierende Hämorrhoidalknoten oder gar der komplette Analprolaps werden in der Regel durch operative Maßnahmen behandelt. Dabei kommt neuerdings neben den sogenannten klassischen Operationen nach MILLIGAN-MORGAN, PARKS, etc. ein neues Verfahren zur Anwendung. Hierbei wird die Schleimhaut oberhalb der Grenze zur Analhaut, der sogenannten Linea dentata, gerafft, in den Analkanal reponiert und dort fixiert. Mit einem speziellen Klammernahtgerät, das in einem Arbeitsgang das prolabierende Gewebe ausschneidet und die daraus resultierende Wunde durch eine Klammernahtreihe verschließt, wird diese Operation durchgeführt. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, daß eine Beinträchtigung der Kontinenzfunktion nicht zu erwarten ist und daß postoperative Schmerzen in der Regel nicht auftreten, weil die Klammernaht oberhalb der Linea dentata liegt. In diesem Bereich ist ein operatives Vorgehen schmerzfrei, da die Enddarmschleimhaut nicht mit schmerzleitenden Nervenfasern versorgt ist. Die verbliebenen Titanklammern müssen im Anschluß nicht entfernt werden.

Insbesondere Patienten mit ausgeprägter Prolapssymptomatik profitieren von dieser neuen Methode. Allerdings ist die gute Auswahl der mit diesem Verfahren versorgten Patienten entscheidend für zufriedenstellende Ergebnisse, so daß nicht grundsätzlich jede Hämorrhoidenoperation auf diese Art durchgeführt werden muss.

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