Ambulant und stationär eng verzahnt
Unser Versorgungspfad
Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom benötigen häufig die Unterstützung unterschiedlicher Spezialisten. Denn eine chronische Wunde am Fuß ist meist nicht nur ein Wundproblem: Diabetesbedingte Nervenschädigungen, Durchblutungsstörungen, Infektionen und Veränderungen des Fußes können zusammenwirken und die Heilung erschweren.
Eine erfolgreiche Behandlung braucht deshalb mehr als einzelne medizinische Maßnahmen. Entscheidend ist, dass die beteiligten Spezialisten eng zusammenarbeiten und die einzelnen Behandlungsschritte aufeinander abgestimmt sind.
Genau hier setzt unser Versorgungskonzept an.
Das Diabetes- und Gefäßzentrum des Cellitinnen-Krankenhauses St. Petrus und die Diabetes-Fußambulanz Haan verbinden ambulante und stationäre Versorgung in einem gemeinsamen Behandlungspfad. Unser Ziel ist es, Patienten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu behandeln – ambulant, wann immer dies medizinisch möglich ist, und mit der spezialisierten Versorgung des Krankenhauses, wenn diese erforderlich wird.
Ein gemeinsames Ziel: Amputationen vermeiden
Das Diabetische Fußsyndrom gehört zu den schwerwiegendsten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. Kleine Verletzungen können unbemerkt bleiben und sich zu chronischen Wunden entwickeln. Kommen Durchblutungsstörungen oder Infektionen hinzu, können schwerwiegende Krankheitsverläufe entstehen.
Noch immer sind diabetesbedingte Amputationen in Deutschland ein relevantes Problem. Nach Daten des Robert Koch-Instituts wurden 2023 bundesweit 8.048 diabetesbedingte Major-Amputationen oberhalb des Sprunggelenks dokumentiert.
Für die Betroffenen kann eine Amputation erhebliche Folgen für Mobilität, Selbständigkeit und Lebensqualität haben.
Umso wichtiger sind eine frühzeitige Behandlung, spezialisierte Expertise und eine gute Koordination aller Beteiligten.
Unser Ziel ist es, Wunden möglichst früh zu behandeln, schwerwiegende Verläufe zu verhindern, Füße zu erhalten und Amputationen nach Möglichkeit zu vermeiden.
Ihr Weg durch unsere Versorgung
1. Früh erkennen und ambulant behandeln
Wunden, Druckstellen, Sensibilitätsstörungen oder andere Anzeichen eines Diabetischen Fußsyndroms sollten möglichst früh medizinisch abgeklärt werden.
Die Diabetes-Fußambulanz Haan bietet dafür einen spezialisierten ambulanten Zugang. Hier werden chronische Fußwunden, Ulzera, Infektionen und Folgekomplikationen wie die Charcot-Arthropathie behandelt.
Auch komplexere diabetische Fußwunden können ambulant versorgt werden, sofern dies medizinisch vertretbar ist.
Ziel ist es, eine Verschlechterung möglichst zu verhindern und die notwendige Behandlung frühzeitig einzuleiten.
2. Das gesamte Krankheitsbild betrachten
Bei einem Diabetischen Fußsyndrom reicht es häufig nicht aus, allein die sichtbare Wunde zu behandeln.
Deshalb betrachten wir unter anderem:
- die Wundsituation,
- mögliche Infektionen,
- die Durchblutung von Bein und Fuß,
- den Diabetes und die Stoffwechselsituation,
- Veränderungen der Fußstruktur und
- die Druckbelastung des Fußes.
Je nach Befund werden die erforderlichen Spezialisten in Diagnostik und Therapie einbezogen.
3. Viele Spezialisten – ein Behandlungsplan
Das Herzstück unseres Versorgungskonzeptes ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Abhängig vom individuellen Krankheitsbild arbeiten unter anderem Experten aus folgenden Bereichen zusammen:
- Diabetologie
- Gefäßchirurgie
- interventionelle Radiologie
- spezialisierte Wundmedizin
- Infektiologie
- Fußchirurgie und Orthopädie
- Podologie
- Orthopädieschuhtechnik
- weitere unterstützende Fachbereiche
Entscheidend ist dabei nicht nur die Expertise der einzelnen Fachrichtungen. Die erforderlichen Maßnahmen werden aufeinander abgestimmt und zu einem gemeinsamen Behandlungskonzept verbunden.
4. Stationäre Behandlung, wenn sie notwendig wird
Nicht jede komplexe diabetische Fußwunde erfordert eine stationäre Behandlung.
Eine Aufnahme in das Cellitinnen-Krankenhaus St. Petrus kann jedoch notwendig werden, wenn beispielsweise eine schwere Infektion, eine kritische Durchblutungsstörung oder ein operativer Behandlungsbedarf besteht.
Im Diabetes- und Gefäßzentrum stehen dann die spezialisierten diagnostischen, interventionellen und operativen Möglichkeiten des Krankenhauses zur Verfügung.
Abhängig vom individuellen Befund können beispielsweise eine Gefäßintervention zur Verbesserung der Durchblutung, eine operative Wundbehandlung oder weitere spezialisierte Verfahren erforderlich sein.
Durch die enge Verbindung zwischen der Diabetes-Fußambulanz Haan und dem Cellitinnen-Krankenhaus St. Petrus kann der Übergang zwischen ambulanter und stationärer Behandlung koordiniert erfolgen.
5. Durchblutung verbessern – Wundheilung ermöglichen
Eine ausreichende Durchblutung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Heilung einer Wunde.
Bestehen relevante Gefäßverengungen oder Gefäßverschlüsse, arbeiten Diabetologie, Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie deshalb eng zusammen.
Je nach Befund stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, um die Durchblutung wiederherzustellen oder zu verbessern. Dazu gehören interventionelle Gefäßbehandlungen ebenso wie gefäßchirurgische Eingriffe.
Das Ziel: Gewebe erhalten und möglichst gute Voraussetzungen für die Heilung der Wunde schaffen.
6. Nach dem Krankenhaus weiter gut versorgt
Mit der Entlassung aus dem Krankenhaus ist die Behandlung einer diabetischen Fußwunde häufig noch nicht abgeschlossen.
Wundversorgung, Verlaufskontrollen, Druckentlastung sowie eine geeignete Schuh- und Hilfsmittelversorgung müssen weitergeführt und aufeinander abgestimmt werden.
Deshalb endet unser Versorgungspfad nicht an der Krankenhaustür.
Die ambulante Behandlung kann nach einem stationären Aufenthalt wieder abgestimmt fortgeführt werden. Durch die enge Verbindung der beteiligten Spezialisten soll eine möglichst kontinuierliche Versorgung vor, während und nach einem Krankenhausaufenthalt gewährleistet werden.
Ambulant, wenn möglich. Stationär, wenn nötig.
Unser Versorgungspfad verbindet die wohnortnahe ambulante Behandlung mit den spezialisierten Möglichkeiten eines Krankenhauses.
Das ermöglicht:
- eine frühzeitige spezialisierte Behandlung,
- die ambulante Versorgung auch komplexerer Wunden, wenn dies medizinisch vertretbar ist,
- eine koordinierte Überleitung ins Krankenhaus, wenn weiterführende Behandlung erforderlich wird,
- eine enge Abstimmung der beteiligten Fachdisziplinen,
- die Fortsetzung der ambulanten Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt sowie
- die Vermeidung beziehungsweise Verkürzung stationärer Aufenthalte, soweit dies medizinisch möglich ist.
So möchten wir Versorgungslücken und unnötige Wechsel zwischen unterschiedlichen Behandlungsteams vermeiden und unseren Patienten einen nachvollziehbaren, kontinuierlichen Behandlungsweg bieten.
