Warum Sie sich bei Darmkrebs möglichst in einem zertifizierten Zentrum behandeln lassen sollten
Warum zertifiziert?
Eine Zertifizierung ist mehr als ein Siegel. DKG-zertifizierte Darmkrebszentren weisen jedes Jahr in einem Audit nach, dass sie die fachlichen Anforderungen für die Behandlung von Darmkrebs erfüllen. Geprüft werden nicht nur einzelne medizinische Leistungen, sondern das Zusammenspiel aller beteiligten Fachrichtungen und Berufsgruppen.
Die Anforderungen beruhen auf medizinischen Leitlinien und festgelegten Qualitätsindikatoren. Sie werden regelmäßig aktualisiert. Die Ergebnisse der Audits fließen in veröffentlichte Jahresberichte ein. Damit macht die Deutsche Krebsgesellschaft Qualität nachvollziehbar und vergleichbar.
Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft zeigen verschiedene Studien einen Überlebensvorteil für Menschen, die in zertifizierten Zentren behandelt werden. Außerdem treten nach Operationen seltener Komplikationen und unvollständige Tumorentfernungen auf. Auch die körperliche Funktion nach der Operation ist den ausgewerteten Studien zufolge besser.
Was die Zertifizierung für Sie bedeutet
- Ihre Befunde werden fachübergreifend bewertet.
- Diagnostik und Behandlung orientieren sich an aktuellen Leitlinien.
- Für wichtige Behandlungsbereiche gelten nachweisbare fachliche Anforderungen.
- Das Zentrum muss seine Qualität jährlich in einem externen Audit belegen.
- Medizinische, pflegerische und psychosoziale Angebote arbeiten in einem verbindlichen Netzwerk zusammen.
- Behandlungsabläufe und Ergebnisse werden dokumentiert und ausgewertet.
Was ein zertifiziertes Netzwerk auszeichnet
Zu einem zertifizierten Zentrum gehören neben Gastroenterologie, Chirurgie und Onkologie weitere Partner, darunter Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie, Palliativmedizin, spezialisierte Pflege, Psychoonkologie und Sozialdienst. Entscheidend ist nicht, dass alle Leistungen in demselben Raum stattfinden, sondern dass Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit verbindlich geregelt sind.
Studienlage in verständlicher Form
Eine 2024 veröffentlichte deutsche Kohortenstudie untersuchte mehr als 160.000 Menschen mit Kolon- oder Rektumkarzinom in 1.052 Krankenhäusern. Das relative Fünfjahresüberleben war bei Behandlung in zertifizierten Zentren signifikant besser. Beim Kolonkarzinom lag es bei 68,3 statt 65,8 Prozent, beim Rektumkarzinom bei 65,0 statt 58,8 Prozent.
Die Untersuchung ist eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt einen belastbaren Zusammenhang zwischen der Behandlung im zertifizierten Zentrum und besseren Überlebenschancen, beweist aber keine individuelle Ursache und garantiert keinen bestimmten Behandlungserfolg.